Interne und externe Themen ISO 9001
Ist es ein internes oder externes Thema und was will uns die ISO 9001 damit sagen?

Was nun? Internes oder externes Thema? 

Ist es ein internes oder externes Thema? Und ist es nicht eigentlich egal?


Manchmal verleitet uns die ISO 9001 dazu, päpstlicher als der Papst zu werden. Da wird in QM-Zirkeln wochenlang (ich übertreibe - aber nur ein bisschen) diskutiert, ob das mit der Abhängigkeit von Fördermitteln jetzt ein internes oder ein externes Thema ist. Ein externes - sagt Mitarbeiterin A. Das haben wir uns ja nicht selbst gemacht. Ein internes, sagt Mitarbeiter B - wir könnten uns ja um andere Einnahmequellen bemühen. 

Und so geht das sehr lange weiter. Halt - möchte ich sagen. Ist es nicht viel wichtiger, was Sie mit diesem Thema machen, anstatt diese eher abstrakte Debatte darüber zu führen, ob Sie alles richtig gelabelt haben?

Machen Sie sich doch lieber Gedanken darüber, was diese von Ihnen identifizierten Themen für Sie in der Praxis bedeuten.

  • Was bedetuet dieses Thema für Sie und Ihre Organisation?
  • Wie positionieren Sie sich in Bezug auf das Thema?
  • Was bedeutet das für Ihre Abläufe? Ihre Risiken? Ihre Chancen? Ihre Ziele? Ihre Ressourcen? ...
Das gleiche gilt auch für Diskussionen um die externen Produkte, Prozesse und Dienstleistungen ...

Auch hier geht es nicht darum, alles richtig zuzuordnen - sondern unterschiedliche Perspektiven einzunehmen, um alle relevanten Punkte erfassen zu können.

Die ISO 9001 gibt im Kapitel 8.4 einen Hinweis, was wie gemeint ist - ABER ist es nicht eigentlich gar nicht so wichtig?

Wichtig ist vielmehr, dass Sie alles erfasst haben, was nicht in Ihrem direkten Einflussgebiet liegt. Damit Sie wissen, wie Sie in diesen Fällen Qualität für Ihre Kunden sichern können. Dazu organisieren Sie für die externe Dienstleistung vielleicht Lieferantenbewertungen, für die externen Prozesse müssen Sie vielleicht ein Lieferantenaudit durchführen, um zu sehen, ob Ihre Anforderungen erfüllt sind. 

Für die externen Dienstleistungen brauchen Sie eine gute Zielklärung bei der Auftragsvergabe, bei den externen Produkten ein funktionierendes Bestellverfahren. Spätestens an dieser Stelle ergibt sich die Unterscheidung von selbst. 

Und dann sind das genau die Fragen, die Sie im QM wirklich nach vorne bringen. 

Wenn es egal ist, warum macht die ISO dann diese Unterscheidungen?

Das ist eine berechtigte Frage. Meine Anwort darauf lautet:

Die ISO 9001 bietet unterschiedliche Betrachtungsperspektiven an. Sie fordert dazu auf, sich mit dem einen UND dem anderen zu beschäftigen.

Etwa so: Guckt Euch mal an, welche relevanten Themen es bei Euch gibt und vergesst nicht, neben den internen auch die externen anzuschauen. Nur, damit Ihr nichts vergesst.

Und schaut mal, es gibt doch sicher Bereiche, die Ihr nicht selbst erledigen könnt - also zum Beispiel Prozesse, die Ihr extern vergebt oder Produkte, die Ihr zukauft. Wie sichert Ihr in diesen Fällen die Qualität?

So verstanden nutzt die Beschäftigung mit der ISO der Organisation und bremst nicht aus durch eigentlich rein akademische Überlegungen.

Für ISO Hardliner unter Ihnen: Weiter unten gibt es ein Fact-Sheet zum Thema. 

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